Julia Steiger


Die Heldin unserer Geschichte.

Nein – eigentlich passt das Wort Heldin nicht so ganz.

Unfreiwillige Heldin?

Schon besser. Einigen wir uns auf Hauptfigur.

Julia wird (zum Zeitpunkt dieser Geschichte) im September vierzehn. Sie hat kastanienbraune, schulterlange Haare und graugrüne Augen. Sie ist recht klein und zart für ihr Alter, blass im Gesicht, etwas schüchtern und tut sich mit dem Schreiben leichter als mit dem Reden. Sie schreibt viel, nicht nur regelmäßig Briefe an Jonathan, sondern vor allem phantastische Geschichten.

Eigentlich würde sie gerne eine berühmte Schriftstellerin werden, aber sie weiß, dass ihr Vater recht hat: Das ist kein Beruf, von dem man leben kann. Egal. Julia schreibt ja auch nur zum Spaß, sagt sie. Dass ausgerechnet aus diesem Spaß tödlicher Ernst wird, kann sie ja nicht wissen.

Julia lebt mit ihren Eltern in Wien, im 9. Bezirk, und besucht dort das Gymnasium in der Glasergasse. Aber ihr wahres Zuhause ist ein altes Haus in der Kleinstadt Waiden an der Donau, etwa 60 km von Wien entfernt. Direkt am Rand ihrer heißgeliebten Auwälder, die sie zu ihren Geschichten inspirieren.

Hobbies, außer Schreiben? Lesen natürlich. Musik hören, Rad fahren (wenn ihr Vater endlich den Vorderreifen reparieren würde), Schwimmen, in der Natur spazieren gehen. Ihre Lieblingsfarbe ist blau. Sie hasst grauen Beton, den Lärm und Gestank der Großstadt und Spinnen. Außerdem hat sie ausgeprägte Höhenangst und ist überhaupt nicht schwindelfrei. In der Dunkelheit und inmitten großer Menschenmassen fühlt sie sich nicht wohl.

Alles in allem: Ein ganz normales Mädel. Keine Heldin.

Bestenfalls eine unfreiwillige Heldin.